Die Spendenbuttons von NABU und BUND –

Knopfdruck für einen guten Zweck?

Wer Spenden sammelt, sei es für einen noch so guten Zweck, sollte mit dem ihm anvertrauten Geld auch sorgfältig und transparent umgehen. Sucht man sorgfältig, so findet man die Jahresberichte des NABU und des BUND für das Jahr 2011 im Netz und darin auch die Übersicht der Aufwendungen und Erträge.

Betrachtet man dabei die einzelnen Positionen der Aufwendungen des NABU, so ergibt sich bei kritischer Bewertung die folgende Verteilung:

 NABU 2011   Aufwendungen lt. Bilanz 2011 
 Naturschutz   Verwaltung    Sonstige  Anteil
Allgemeine Verwaltung   891.805,55 € 3,3%
Internationaler Natur- und Umweltschutz   1.919.137,79 € 7,0%
Nationaler Natur- und Umweltschutz   5.949.613,91 € 21,8%
Aufbau NABU Internat. Naturschutzstiftung        378.653,73 € 1,4%
Zuwendungen an NABU Gliederungen     7.689.779,04 € 28,2%
Zuschuss NAJU        302.785,08 € 1,1%
Aufklärungsarbeit     3.664.681,90 € 13,4%
Ehrenamtsförderung        753.442,27 € 2,8%
Spenderbetreuung/-information     1.258.782,09 € 4,6%
Unternehmenskooperationen        833.565,52 € 3,1%
Mitgliederbetreuung/-verwaltung     2.535.601,38 € 9,3%
Rücklagen     1.081.509,07 € 4,0%
Summen   7.868.751,70 €   891.805,55 €   18.498.800,08 €   27.259.357,33 €
Anteil 28,87% 3,27% 67,86% 100,00%

Von über 27 Mio. Euro landen nach dieser Bilanz noch nicht einmal 6 Mio. entsprechend knapp 22 % direkt im deutschen Naturschutz. Der Rest – immerhin 63,9 % - wird für Lobbyarbeit, Mitglieder- und Spendeneinwerbung und andere naturschutzfremde Zwecke ausgegeben. Besonders auffällig sind dabei die Positionen „Zuwendungen an NABU Gliederungen“ mit 28,2 %, ohne dass diese 8 Mio. € spezifiziert werden, sowie die „Aufklärungsarbeit“, welche wohl besser als Propagandaabteilung zu bezeichnen wäre.

Alleine die 27 Mio. Einahmen scheinen dem NABU noch nicht ausreichend zu sein, hat man doch jetzt ein neues Geschäftsmodell entdeckt, indem man, freundlich ausgedrückt, an der Verbreitung der Windkraft mitverdienen will. So wurden per Sofortvollzug  5 von 7 Einheiten einer ordnungsgemäß genehmigten Windkraftanlage in der Nähe von Gießen stillgelegt, weil der NABU Hessen eine Klage gegen den Betrieb eingereicht hatte. Nach einer außergerichtlichen Einigung über eine Spende in Höhe von € 500.000,- durch die Betreiber der Anlage wurde die Klage zurückgezogen. Seitens des NABU heißt dieses Projekt „Mäuse für den Milan“, ein Schelm wer Böses dabei denkt. Im Sinne der Transparenz wäre es interessant, auf welchem Konto solche Einnahmen zukünftig verbucht werden. Entsprechende Vorschläge sind in der Presse zahlreich zu finden.

Wer sich ein Gesamtbild dieses Vorganges machen will, gebe einmal die Suchbegriffe

„nabu windkraft 500000“

bei einer Suchmaschine ein. Dort findet sich ein umfassendes Bild des gesamten Vorganges aus der Tagespresse. Es ist schon grotesk, mit welchen Schutzbehauptungen der NABU dort sein Verhalten rechtfertigen möchte.

Auch der BUND schneidet im Vergleich des Finanzgebarens nicht besser ab, wie die nachfolgende Tabelle zeigt:

 BUND 2011   Aufwendungen lt. Bilanz 2011 
 Naturschutz   Verwaltung    Sonstige 
Verwaltung   924.645,00 € 5,5%
Rücklagen     1.981.543,00 € 11,7%
Sonstige Fundraisingausgaben        617.330,00 € 3,6%
Mitglieder- und Spendenwerbung     1.517.777,00 € 9,0%
Betreuung Mitglieder        531.882,00 € 3,1%
Ehrenamtliche Gremien        540.984,00 € 3,2%
Umweltpolitische Unterstützung von Dritten        582.791,00 € 3,4%
Natur- / Umweltschutzarbeit, Lobby, Presse, Öffentlichkeitsarbeit     6.299.568,00 € 37,2%
Natur-und Umweltschutzmaßnahmen   3.920.123,00 € 23,2%
Summen   3.920.123,00 €   924.645,00 €   12.071.875,00 €   16.916.643,00 €
Anteil 23,17% 5,47% 71,36% 100,00%

Hier gelangen von knapp 17 Mio. Euro Einnahmen ganze 23,2 % oder knapp 4 Mio. Euro im Naturschutz. Der Rest wird wiederum für Lobbyarbeit und Fundraising ausgegeben. Selbst von den gut 6 Mio. erhaltener Spenden werden nur zu 64 % im Naturschutz ausgegeben. Der Rest geht wie alle anderen Einnahmen im Eigenbetrieb unter.

All diese Zahlen sind auch unter dem Aspekt sehr kritisch zu betrachten, dass alle Spenden und Mitgliederbeiträge, welche von beiden Verbänden eingenommen werden, auch steuerlich abzugsfähig sind. Sie mindern damit auch die Steuerlast der Einzahler im Bereich des jeweiligen Grenzsteuersatzes, dieser lag für 2011 bei einem durchschnittlichen Jahreseinkommen je Haushalt von € 46.452,- bei 39,77 %. Damit ergibt sich für Mitgliederbeiträge und Spendeneinnahmen beider Verbände eine Minderung der Einkommensteuerzahlungen von 7,365 Mio  (NABU) bzw.  4,741 Mio. Euro (BUND). Beide Beträge überschreiten deutlich die lt. Bilanzen für den deutschen Naturschutz ausgewiesenen Mittel. Dem sind noch die dazu ausgereichten staatlichen Zuschüsse von knapp 4 Mio. bzw. knapp 1 Mio. Euro hinzuzurechnen, die ebenfalls in den Einnahmen zu finden sind.

Am Schluss dieser Rechnung bleibt in vereinfachter Form die bittere Erkenntnis, dass von jedem Euro, der in den Kassen dieser Verbände landet, nominell weniger als ein Viertel im Naturschutz unseres Landes ankommt. Tatsächlich wird dieser Anteil aber über Steuerminderung und staatliche Projektzuschüsse mehr als abgedeckt.

Wer ohne nachzudenken auf den Spendenbutton dieser Verbände drückt, sollte wissen, dass er damit der Natur in unserem Land keinen rechten Dienst erweist und diesen Betrag besser dem Finanzminister überlässt. Womöglich kommt dann sogar noch mehr davon in der Natur an.

Quellen: Bilanzen von NABU und BUND für 2011, Statistisches Bundesamt

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