Wolfsland – eine ganz platte Geschichte

Mit vielen Vorschusslorbeeren bedacht, flimmerte da ein Streifen der Serie Polizeiruf 110 zur besten Sonntagabendsendezeit über den Bildschirm, der nicht in jeder Hinsicht preiswürdig war:

-          War er tatsächlich als Krimi geplant, ging es voll daneben.

-          Sollte es eine böswillige Karikatur des Landlebens in der Lausitz werden, wäre die Absicht in Ansätzen erkennbar gewesen.

-          Nehmen wir es als Vollbedienung aller Klischees, die einem unbedarften (West)Fernsehzuschauer zu den Themen Wolf, Jagd und Osten( =?) Stasi einfallen können – gratuliere – dies ist gelungen.

Ein Wolfsflüsterer im Zirkuswagen, der einem Wolfsrudel aus Polen nachreist, mit dem selbstverständlich das Töchterchen des bösen Jägers anbandelt, eine adlige Jagdherrin, die sich als arg beschränktes Flintenweib geriert, ihr Gehilfe, der sich als stasibelasteter Veterinär  hörig dem Mordauftrag am Alphawolf zu widmen hat, der böse Jäger, der seine 45er Magnum in die (leere) Wolfshöhle entleert – NEIN - flacher geht es nicht. Dies ändern weder bewährte Darsteller einer weniger bewährten Fernsehserie noch ein Hauptdarsteller Fabian Hinrichs, der es wenigstens noch schafft, einer ganz miesen Story etwas Leben einzuhauchen. Die zum Erreichen der geplanten Sendezeit eingeschnittenen Wolfsaufnahmen, fröhlich vermischt mit gut abgerichteten Fernseh(nichtwolfs)hunden mögen für den unbedarften Fernsehkonsumenten noch unter der Rubrik „niedlich“ laufen. Diese Naturaufnahmen für eine solche Produktion zu verkaufen, heißt die Lausitzer Wölfe als Pausenclowns zu kommerzialisieren. Pecunia non olet – Geld stinkt nicht!

In der Summe eine Überdosis Fernsehdebilität, die für nicht abgehärtete Gelegenheitszuschauer hart an der letalen Dosis liegt. (Bitte fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.....)

Wird dann noch passend zum Sendetermin ein unter bisher wenig erklärlichen Umständen erschossener Wolf im realen Umfeld gefunden, ist eine Portion Kraftfutter für die Boulevardpresse bereitet, die auch die alljährliche Frage nach weißen Weihnachten marginalisieren wird.

Hechtsprungartig vorgebrachte Beschuldigungen einschlägig bekannter Vertreter damit befasster NGO’s sind als Propagandameldungen der Kategorie Löwenthal und SudelEde zu verstehen.

Fazit: Es wird einige Zeit brauchen, die Kernthemen zu Wolf und Artenschutz in Sachsen wieder auf eine sachliche Ebenen zu bringen.

Wer sich diesen Streifen noch einmal antun möchte - bitte HIER

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