So bedroht sind die wilden Rückkehrer

Wölfe, Wanderfalken, Biber, Seeadler..... und und und

Es hätte ein richtig guter Artikel werden können im FOCUS-online, hätte man auch einmal dort zum Thema recherchiert, wo nicht alleine das kommerzielle Interesse spendensüchtiger Verbände regiert.  Immerhin hat es der NABU nach einer Meldung von FOCUS Money vom 25.11.13 nicht geschafft, bei  einer Analyse der Stiftung Warentest das Prädikat besonderer Transparenz zu erlangen oder anderweitig lobend erwähnt zu werden. Auch andere Verbände dieses Umfeldes kamen da nicht besonders gut weg. „Im Interesse der Ausgewogenheit“ darf jetzt der Naturschutzreferent des NABU neben anderen Weisen deutscher NGO’s zum anstehenden Tag des Artenschutzes den FOCUS mit seinen handverlesenen Weisheiten füttern.

EINFACH MÄRCHENHAFT

Angesichts der Interviewpartner  seien dem FOCUS die massiven Desinformationen des Artikels nicht alleine angelastet. Sie gehen weitgehend auf das Konto der Quellen, die hier meinten, ihren ideologisch verbrämten Blödsinn verbreiten zu müssen.

Eine Auswahl dieser Weisheiten sei hier ohne Anspruch auf Vollständigkeit genannt:

„Es ist bei vielen Arten fraglich, ob der Mensch ihnen den nötigen Raum lässt.“ Ja bitte, wie ist es denn, hat die Landbevölkerung zu gehen, wenn die Spendenbringer des NABU sich in Teilen unserer Kulturlandschaft ansiedeln?

 
In Deutschland leben 120 Wölfe?? Mit bisher 101 aktenkundigen Welpen aus 2013 (Stand 15.02.14) in Deutschland aus 22 Würfen bei 26 bekannten Rudeln oder Paaren und einem in der Fläche nicht existenten Monitoring dürfen wir getrost von einem Wolfsbestand deutlich > 300 in DE ausgehen.

So sei der Wolf in den Wintermonaten eigenständig über die gefrorene Oder zurückgekehrt als die russischen Truppen aus der ehemaligen DDR abzogen – JA, so hatten es sich die Damen der Firma LUPUS vorgestellt, als sie sich einst in Eberswalde ansiedelten, um dort Isegrim zur Sicherung ihrer Pfründe in Empfang zu nehmen. Na ja, der ging dann erst bei Bad Muskau über die Neiße und man residiert jetzt in Spreewitz.

„Auf den Plätzen leben auch viele verwilderte Hunde.“ Immer wieder komme es daher zu Paarungen zwischen Wolf und Hund.  
WIE BITTE?!?!?!? 

In der Lausitz wurde bisher ein Wurf mit Wolfshybriden dokumentiert, dessen Nachkommen nur zum Teil eingefangen wurden. Der hinsichtlich des Artenschutzes höchst kritische Hinweis auf eine mehrfache Hybridisierung des Lausitzer Wolfsbestandes bedürfte unverzüglich einer sorgfältigen Klärung. Alleine, um die in der Lausitz nicht mehr zu verschweigenden Schafsrisse verwilderten Hunden oder gar Wolfshybriden anzulasten, wird hier vom Vertreter des Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW)  eine These vertreten, die eine unabhängige und sehr sorgfältige genetische Überprüfung des Wolfsbestandes in Deutschland verlangt. Sollte dieser Bestand tatsächlich auf Wolfshybriden beruhen, wären diese im Interesse des Artenschutzes SOFORT aus der Natur zu entnehmen, um intakte Bestände in angrenzenden Territorien nicht zu gefährden. So fordert es u.a. die LCIE als offizieller Berater der EU-Kommission. Anzumerken ist hierzu, dass im IZW alle toten Wölfe aus Deutschland untersucht werden. Dort sollte man also wissen, wie das denn mit den Hybriden ist.

Die weniger populären Spezies Biber und Fischotter haben zumindest im Osten Deutschlands längst ihre optimalen Habitate besetzt. Es sei ihnen gegönnt. Niemand will ihnen ihr Lebensrecht streitig machen. Nur führt das Verlassen geeigneter Streifgebiete zwingend auch zu Verlusten, sei es durch den Straßenverkehr, der insbesondere für die Landbevölkerung eine Lebensgrundlage darstellt – ohne Mobilität gibt es auf dem Land kein Wirtschaftsleben; oder für den Biber durch den Spitzenprädatoren Wolf. In der Königsbrücker Heide stellt er inzwischen 8 % der Nahrungsgrundlage für das dort lebende Wolfsrudel. Nicht aufregen NABU – die Nahrungskette passt sich an. Auch diese Wölfe brauchen keinen Veggie-Day!

Wer erfahrene Teichwirte in der Lausitz und anderen Teichlandschaften Deutschlands fragt, lernt sehr schnell, dass der Fischotter in für ihn geeigneten Habitaten nie gefährdet war. Der ob geringer Bestände durchaus gerechtfertigte Vollschutz hat das Vorkommen so weit anwachsen lassen, dass abwandernde Exemplare jenseits möglicher Streifgebiete immer häufiger als Verkehrsopfer enden. TRAURIG, aber letztlich ein Zeichen erfolgreichen Artenschutzes, weil es schlicht zu akzeptieren ist, dass die Verbreitungsgebiete ökologisch anspruchsvoller Arten in der deutschen Kulturlandschaft sehr begrenzt sind.

Führt ein Biologe des IWZ (Jörns Fickel) den Yellowstone-Nationalpark in den USA als Beispiel dafür an, dass Luchs und Wolf in unserer Kulturlandschaft mit ihrer Rückkehr binnen eines Jahrzehnts für ein Gleichgewicht in unserer Natur sorgen werden. Weil es so schön ist, hier noch das Zitat:“

Mit der Wiedereinführung der Wölfe konnte sich das Ökosystem binnen eines Jahrzehnts erholen. „Das wird auch bei uns passieren“, glaubt Fickel. Glauben heißt nicht wissen!

Dass in so einem Machwerk auch der Klimawandel nicht fehlen darf, ist eigentlich selbstverständlich, aber gleich die Wärmesanierungen von Häusern als ökologischen Nachteil bedrohter Arten heranzuziehen, zeugt von besonderer Phantasie. Der dazu zitierte Weise hätte sich eher einmal mit dem Einfluss geschützter Rabenvögel auf diese Arten befassen sollen.

So geht es fröhlich weiter in diesem Artikel, der auf wundersame Weise dann auch fast wortgleich in der Welt online am 23.02. veröffentlicht wurde. Es bleibt abzuwarten, welche der renommierten Medien noch bereit sind, diese Breitseite grünen Unsinns im Dienste der NGO’s ebenfalls unkritisch als Eigenbeitrag abzudrucken.

Eines fehlt übrigens beiden Artikeln: Die allgegenwärtigen Spendenbuttons, mit deren Hilfe nach Genuss dieser Überdosis Dummpulver der stadtgrüne Gutmensch seinem geplagten grünen Gewissen Linderung in Form einer Ablasszahlung verschaffen kann.

 

HOME                                                                                                                                                               DRUCKVERSION