Ganz dünne Bretter!

Es wälzte sich seit Wochen inhaltsschwanger durch die vom Wolf wahrlich nicht verschonten und sehr unterschiedlichen Verbände  der Schafzucht und Schafhaltung. Ein Gerücht unter größter Geheimhaltung, dass man sich zum Wolf doch nun neu positionieren wolle. Der Berg kreißte - und gebar eine Maus.

Im Rahmen eines Pressefrühstücks im Hause des NABU in Berlin wurde am 31.08.2017 unter dem Titel

"Weidetierhaltung & Wolf in Deutschland

Eckpunkte für ein konfliktarmes Miteinander"

 ein Papier präsentiert, welches wahrlich jede Ecke vermissen ließ. Angesichts der einladenden Vertreter der „stakeholder“  durften eben diese Ecken auch nicht erwartet werden. Hier haben sich zwei der Großen im kommerziellen Naturschutz Deutschlands einige kleine Randgruppen als Legitimation mit auf die Bühne geholt. Sollte so der Eindruck einer allgemeinen Zustimmung bei betroffenen Interessengruppen erweckt werden? Dafür erscheinen Randgruppen wie ein Bundesverband der Berufsschäfer mit ca. 150 Mitgliedern aus 20.000 Schafhaltungen (0,75 %) oder gar ein ÖJV, der ca. 1.500 der 360.000 Jäger (0,42 %) in Deutschland vertritt, wenig geeignet. Die für ihre Berufsgruppen relevanten Verbände wurden entweder nicht gefragt, oder das Papier fiel dort glatt durch.

Das Papier, welches mangels erkennbarer Ecken überall dort angeeckt war und keine Billigung fand, wo angesichts des Wolfes am Schafspferch Betroffenheit und echte Probleme allgegenwärtig sind, ist bitte HIER nachzulesen. Es ist schwer zu glauben, dass ein Bundesverband der Berufsschäfer öffentlich eine Position bezieht, die deckungsgleich mit der Programmatik eines NABU und seiner Wolfsbotschafter ist. Sind Berufsschäfer Wolfsbotschafter? Den Anschein hat es.

Man kann den Inhalt recht schnell inhaltlich auf den Punkt bringen:

Gebt uns Geld, verschafft uns Anerkennung, sichert unsere Pfründe, dann sind wir duldungsbereit. Dann sind wir auch bereit, den Schutzstatus einer jährlich um über 30 % wachsenden Wolfspopulation bis zum St. Nimmerleinstag mit festzuschreiben solange es UNS Geld bringt!! Das gilt insbesondere für die Vertreter der betroffenen Berufsgruppe, die sich den Herdenschutz vermittels der nicht unumstrittenen Herdenschutzhunde (HSH) zum Geschäftsmodell gemacht haben. Wie klein der durchaus riskante Einsatzbereich von HSH in unserer vielfach genutzten Kulturlandschaft ist, muss hier nicht erneut diskutiert werden. Der Einsatz dieser Hunde, jedem normal denkenden Hundehalter sträuben sich bei der Haltung von Hunden mit „Kampfauftrag“ sämtliche Nackenhaare, soll vermittels dieses Papieres auch noch vom Deutschen Tierschutzbund abgesegnet werden.

Es handelt sich nicht um einen konstruktiven Beitrag zur aktuellen Debatte, ob und wie eine schnell wachsende Wolfspopulation mit den übergeordneten Belangen des Natur- und Landschaftsschutzes in Einklang gebracht werden kann. Letztere sind essentiell auf eine flächendeckend funktionierende Weidewirtschaft angewiesen.

 

 

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