Offener Brief nach Hannover - Ihr Amtseid Herr Minister?

Goldenstedt, Lamstedt, Wietzendorf und jüngst Schmarbeck in Landkreis Celle sind Synonyme für ein Versagen der Politik im Naturschutz Niedersachsens, vor dem bereits anlässlich des ersten Wolfsnachwuchses 2012 dort eindringlich gewarnt wurde. Wolfsrudel und auch Einzeltiere nehmen das reichliche Nahrungsangebot einer flächendeckenden Weidewirtschaft nur zu gerne an. Dabei gibt es inzwischen „Spezialisten“, denen kein Zaun zu hoch ist und die auch ein Jungrind von 400 kg als Festmahl betrachten. Ob Schwarzkopf oder Heidschnucke, ob Schwarzbunte oder Charolais - es schmeckt halt, es ist bequem und ungefährlich! Eine traurige Erfahrung, die ALLE unsere Nachbarländer vor uns machen mussten, als sich der Wolf bei ihnen  wieder verbreitete.

Mit einem Unterschied: Dort wird gegen Wölfe, die sich regelmäßig an Nutztieren vergreifen, nicht immer rechtzeitig, aber pragmatisch vorgegangen, wie es die FFH-Richtlinie in solchen Fällen ermöglicht und vorsieht.

In Niedersachsen?         FEHLANZEIGE!

Bei jedem neuen Fall dieser Art wird dort auf die Erfolge des Herdenschutzes verwiesen, die sich aus den entsprechenden Statistiken schwerlich ableiten lassen. Eines Herdenschutzes, dessen Arbeit konsequent auf dem Rücken der Betroffenen abgeladen wird und der, der Blick in die Geschichte und in unsere Nachbarländer lehrt es, bei rein passivem Ansatz keine Chance auf langfristigen Erfolg hat. Dies vor allem deshalb, weil nach entsprechenden Meldungen erhebliche Teile der Monitoringmeldungen nicht in die offiziellen Berichte gelangen. Von einer neutralen Rissbegutachtung darf angesichts der damit betrauten Personen nicht immer ausgegangen werden.

All dies fällt in die Zuständigkeit des niedersächsischen Umweltministers Stefan Wenzel, den nun betroffene Tierhalter aus der Lüneburger Heide in einem offenen Brief auffordern, geltende Gesetze im Sinne des Bürgers anzuwenden und nicht ausschließlich im Sinne des Wolfes. Auch erinnern sie ihn an die Worte seines Amtseides, dort ist von Vorrang des Wolfes vor dem Menschen nicht die Rede:

„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Volke und dem Lande widmen, das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und die Niedersächsische Verfassung sowie die Gesetze wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegenüber allen Menschen üben werde.“

Die Gewichtung des Herrn Ministers zwischen Schutz des Wolfes und Interessen der Landbevölkerung erscheint inzwischen eindeutig.

Alle sind gespannt auf die lapidare und nichtssagende Antwort des Herrn Ministers.

Oder wird er abwägen: Meine Klientel gegen die Interessen betroffener Bürger? Manchmal bietet sogar ein Wahlkampf Überraschungen.

Das Dokument zum Ausdruck und zur Weitergabe gibt es HIER

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