GANZ SCHÖN PEINLICH !

Wölfe töten Schafe vor den Toren Berlins 

Und die Zähne sieht man nicht. Für die einen ist er ein Räuber, für andere ein Mythos. Die Rückkehr des Wolfes polarisiert auch Brandenburg. Während Tierschützer sich freuen, sind Schäfer, Jäger und Anwohner in den Wolfsrevieren immer noch skeptisch. Foto: picture alliance / dpa
aus dem TAGESSPIEGEL Berlin am 05.10.2013

Eigentlich ein  durchschnittlich schlechter Artikel einer eigentlich angesehenen Tageszeitung, die sich angesichts des Wolfes auf unterstes Boulevardniveau begibt.

Nicht nur, dass die Titelzeile, die man lieber genommen hätte, nur noch zitiert werden konnte. NEIN, man bedient sich in billigster Weise der Stimmen anderer, um die eigenen Klischees zu bestätigen, was mangels eigener Sachkenntnis der Schreiber zur perfekten Peinlichkeit wird.

Der zitierte „Experte“, kaum einen Monat im Amt – er ist übrigens Riss- und nicht Bissbegutachter – nimmt die Einladung dankend an, gleich einmal richtig vom Leder zu ziehen und dabei zu dokumentieren, welchem Lager er entstammt und dass seinen Beurteilungen weder Sachkenntnis noch Neutralität zugrunde liegt. Sein Buchwissen zur schnellen Tötung der Beutetiere durch den Wolf wäre einmal durch die Geräuschkulisse des Todeskampfes von Beutetieren zu ergänzen (Gänsehaut inklusive, gibt’s auch kostenlos im Netz). Die von ihm und seiner Fraktion immer wieder zitierten wilden Hunde gibt es erst seit der Rückkehr des Wolfes und nur da – als Legende. Dort wo der Wolf ist, hat so ein Streuner beste Chancen, von Isegrim letal aus seinem Revier entfernt zu werden.

Nur gut das zwischendurch der Vertreter des Ministeriums versuchen darf, die Wogen zu glätten, indem er kulante Entschädigungen avisiert. Ihm ist offenbar bekannt, dass eine Akzeptanz für den Wolf in einer Landschaft, die dieser Art heute keinen ausreichenden Lebensraum mehr bietet, bei der betroffenen Bevölkerung auch mit Geld kaum erreichbar ist.

Aber nein, der „Experte“ hat nur kurz pausiert, weil er ja das Feindbild Jäger noch nicht abhandeln durfte. Tellereisen sind keine Tellereisen, wenn ihre Bügel gummiert sind??? Dieses Thema wurde bereits mehrfach abgehandelt, u.a. hier. Was in Sachsen auf dem besten Weg ist, Gegenstand gerichtlicher Ermittlungen zu werden, klärt er für den Tagesspiegel mit einem Satz. Nur dass ihm dabei auch europäische und nationale Gesetze unbekannt oder egal sind. Der Tierschutzaspekt des Fangens der Wolfsfähen in der Setzzeit wird besser verschwiegen.

Die Argumente ländlicher Tierhalter gegen den Wolf sind zwar für die Stadtbewohner Berlins nicht unbedingt nachvollziehbar, haben aber gerade im dicht besiedelten Umfeld einer Metropole ihre besondere Berechtigung.

Was sagt der Städter beim Ausflug ins Grüne dazu, wenn keine Tiere mehr auf den Weiden stehen und auch keine Wildtiere mehr zu sehen sind, dafür aber Maissteppen und Biogasreaktoren – DANKE EU-Agrarpolitik, BUND und NABU – ihr habt es so (hin)gerichtet!

Was sagt der ehrliche Naturschützer, wenn Kleinflächen nicht mehr abgeweidet, sondern abgemulcht werden, zum Schutz der Kleinfauna? DANKE FFH-Richtlinie, NABU und BUND – ihr werdet es schon (hin)richten!

Der Wolf wird sich dezent im Hintergrund halten. Er tritt nur auf den Internetseiten der NGOs als Spendenakquisiteur auf.

Das Spektrum der zum Artikel eingestellten Kommentare lässt teilweise tief in eine Volksseele blicken, bei der sich der Kommentator fragt, in welcher Zeit wir eigentlich leben. Die hier dokumentierte Wertschätzung einiger „stadtgrüner Gutbürger“ gegenüber der Landbevölkerung, die nebenbei auch ihre vegetarische Nahrung produziert, zeugt von einem bemerkenswert geringen Horizont. Dieser wäre durchaus zu erweitern, wenn z. B. in Berlin die Regulierung der Wildschweine im Grunewald ab sofort und ausschließlich Isegrim übertragen würde.

FN 17/10/13