Was sagen die Jagdverbände zum Wolf ?

Sicher ist es an der jagdlichen Basis nur ein begrenzter Teil der Weidgenossen, die sich des Internets als Informationsquelle zu jagdlichen Themen bedienen. Die in der Jägerschaft stark repräsentierte „Generation Silver“  greift häufig lieber auf die Verbandszeitschrift oder die seit Jahren oder Jahrzehnten abonnierte Jagdzeitschrift seiner Wahl zurück. Sicher auch gute Quellen, aber das Netz bietet neben der größten Aktualität auch den schnellen Rückgriff auf ältere Beiträge, ohne den heimischen Lesestapel durchforsten zu müssen.

Also macht es Sinn, einmal nach den Eigenbeiträgen der Jagdverbände zum Thema Wolf zu suchen und bei Bedarf zu kommentieren, welche diese auf ihren Seiten eingestellt haben. Diese Sammlung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Anregungen zu Ergänzungen sind daher ausdrücklich erwünscht.

Statements der Jagdverbände zum Thema Wolf im Internet, soweit diese auf deren Seiten verfügbar sind

Deutscher Jagdverband  

DJV-Positionen v. 14.07.2007     Rückkehr von Großsäugern

Ein perfekt weichgespültes Dokument, an dem sich noch nicht einmal ein Jagdgegner scheuern kann. Sein Entstehungsdatum entschuldigt seine Positionen, die heute nicht mehr haltbar sind. Nicht entschuldbar ist, dass jegliche klare Forderung nach einer deutlichen Mitbestimmung und Teilhabe der Jägerschaft bei zukünftigem Monitoring und Management fehlt. Ja wir wären gerne dabei, und hätten gerne.

NEIN – bitte ganz schnell den Gegebenheiten 2013 anpassen und neu editieren!

Tiersteckbrief Wolf - undatiert, falsch und inaktuell

Kein Kommentar – bitte anhand aktueller Fachliteratur bearbeiten!

Soweit der DJV mit seinen eigenen Netzbeiträgen zum Wolf, verlinkte Fremdbeiträge sind nicht berücksichtigt bis auf den Hinweis zum

„Internationalen Wolfssymposium!“

Die Durchsicht der Rednerliste dieser kommerziellen Veranstaltung einer privaten Einrichtung, die vom aktuellen Wolfshype lebt, lässt deutliche Zweifel aufkommen, ob dies eine Veranstaltung ist, die der Jagd und damit unseren Verbandszielen dienlich ist. Alleine die Teilnahme von Frau Dr. Habbe, die auf der Lohnliste der niedersächsischen Jägerschaft steht, kann dies kaum rechtfertigen. Wes Lied wird sie dort singen?

Es folgen die Bundesländer in der Reihenfolge, in der sie den Wolf begrüßen durften. Wo der Wolf noch nicht gespürt wurde, wird die wolfszone.de  später nachsehen.

Landesjagdverband Sachsen

Hier sind die Pressemitteilungen eine durchaus ergiebige Quelle, spätestens, seit der Wolf im Freistaat Sachsen im Jagdrecht steht. Neben Informationen über die Einbindung der Jägerschaft in das Monitoring findet sich hier auch ein Bericht von der Wolfskonferenz 2012 mit lesenswerten Referaten u.a. von Dr. Meyer-Ravenstein zum Wolf im Jagdrecht und weitere Texte. Auch wird von einem ersten informellen Versuch einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Polen berichtet, an dem aber auf deutscher Seite nur Sachsen teilnahm.

Eine Positionierung des Landesverbandes zur Dichte des Wolfes in dessen deutschem Kerngebiet und ihren deutlich erkennbaren Auswirkungen findet nicht statt. Dabei lässt z.B. die Auswertung der Ergebnisdarstellung „Wildtiererfassung 2011 im Freistaat Sachsen“, trotz lückenhafter Darstellung, erste Rückschlüsse auf die Entwicklung der Schalenwildbestände zu (LJV – Sachsen, S. 7 u. 10).

Landesjagdverband Brandenburg

Die Seitenstruktur lässt hier leider keine Verlinkung einzelner Beiträge zu, aber

wer sorgfältig sucht, findet unter

     -          Positionen des LVJB ein Positionspapier zur Rückkehr der Großsäuger, welches in seiner Klarheit einen wesentlich prominenteren Platz verdient hätte, daher hier direkt verlinkt

    -          Jagd in Brandenburg den Bericht des Wildbiologischen Symposiums 2007 u.a. mit einem ausführlichen Referat des inzwischen verstorbenen Prof. Pavol Hell zum Großraubwild in der Slowakei

    -          Die Wiedergabe Sonderdrucks „Wolf oder Hund“ aus dem Jahr 2002 entbehrt bei allem Respekt vor dem  renommierten Verfasser Dr. Goretzki  heute jeglicher Aktualität und tendiert in die Kategorie „peinlich“.

Der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern bietet auf seiner Seite eine saubere Information zum korrekten Umgang mit dem Wolf an. Eine Positionierung zum Wolf findet ebenso wenig statt, wie ein Kommentar zum schlicht vom fehlerhaften und veralteten sächsischen Exemplar abgeschriebenen Managementplan.

Der Landesverband Sachsen-Anhalt hat seinen Standpunkt zum aktuellen Umgang mit dem Wolf hier zusammengefasst, kurz, klar und deutlich. Weidmannsdank, auch wenn man einige offizielle Positionen deutlicher in Frage stellen könnte.

Der Landesverband Niedersachsen hat, ohne dass der Wolf dort bisher den Schutz des Jagdrechtes erreicht hat, proaktiv Aufgaben des Monitorings übernommen und dazu auch Personal eingestellt. Die Internetpräsenz ist in Bezug auf den Wolf optisch vorbildlich. Alleine was fehlt, ist eine Positionierung der niedersächsischen Jäger, was denn nach dem überlauten „WILLKOMMEN WOLF!“ kommen soll. Die aktuelle numerische Entwicklung erzeugt eine gewisse Spannung beim entfernten Betrachter.

Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein hat bereits im ersten Jahr des Auftretens von Wölfen in seinem Gebiet klare Worte gefunden. Das unter dem Titel  Ohne Jäger keinen erfolgreichen Wolfsschutz verfügbare Statement des Landesvorsitzenden Dr. Klaus-Hinnerk Baasch lässt an Deutlichkeit nichts vermissen.

Im Bayerischen Jagdverband würde sich der Wolf freuen, wenn sein Steckbrief dem aktuellen Wissensstand angepasst würde, aber er ist nach diversen Kurzbesuchen von nicht wirklich „da“.

Es ist hier noch viel Raum für die „nochnichtwolfsländer“, aber noch viel wichtiger, für KLARE Aussagen der Jagdverbände, wie sie sich angesichts einer sehr dynamischen Entwicklung der „Mitteleuropäischen Flachlandpopulation“ des Wolfes die eigene Position und die Zukunft der Jagd in Deutschland vorstellen.

Die Basis möchte weiter jagen, wollen die Funktionäre das auch?

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